Samstag, 25. Oktober 2014

Skin Game

"Sie setzten die Segel und glitten vom Pier weg hinaus aufs weite blaue Meer."




Details
Autorin: Ava Gray
Verlag: LYX Egmont
Seitenzahl: 404
Sprache: Deutsch
Preis: 9,99€
ISBN: 9783802584992









Inhalt
Kyra Beckwith ist eine Betrügerin und Diebin. Als sie den Casinobesitzer Gerard Serrano öffentlich demütigt, um sich für den Tod ihres Vaters zu rächen, setzt er einen Killer auf sie an.
Reyes ist der beste seines Fachs. Diskret, umsichtig, zielsicher.
Seine Aufgabe ist es, das Geld ausfindig zu machen, zurückzuholen und Kyra zu töten. Um ihr Vertrauen zu gewinnen, schließt er sich ihr an, doch Kyra ist immer auf der Hut und lässt keinen so schnell an sich heran.
Aus gutem Grund.
Denn sie hat eine besondere Gabe, die ihre Betrügereien erst möglich machen:
Wenn sie einen Menschen berührt, stiehlt sie ihm damit seine Fähigkeiten.
Reyes ist dafür bekannt, seine Aufträge immer zu beenden, doch das Feuer, dass Kyra in ihm entzündet, lässt ihn immer wieder daran zweifeln, ob er sie auch wirklich töten kann.



Gedanken
So, weil ich mal wieder keine Ahnung hab, wo ich anfangen soll, nehm ich mal den Anfang.
Als ich den ersten Satz gelesen hab, saß ich gerade im Zug nach Frankfurt. War also im Grunde schon total in Stimmung. Allerdings hätte ich das nach meiner Einschätzung gar nicht sein müssen, denn die ersten Kapitel des Buches sind ziemlich ergreifend.
Kyras Charme und Reyes Auftritt haben mich von Anfang an in ihren Bann gezogen.
Obwohl sich Kyra und Reyes ziemlich ähnlich sind und meiner Meinung nach dann doch sehr einfach gestrickte Charaktere sind, war es interessant, immer stückchenweise ein Detail aus ihren Geschichten zu hören.
Was mich dann allerdings doch immer überrascht hat, waren die Reaktionen der beiden in so manchen Situationen. Erfrischend und schräg. Einfach mal was anderes.

Der Schreibstil, mit dem die Autorin mich anfangs dann so ergreifend mitgezogen hat, zieht sich durch das ganze Buch, doch hin und wieder kommen Stellen, die wie ein Störfaktor dazwischen funken. Meistens, wenn Reyes wieder seinen Konflikt hat, ob er den Auftrag beenden soll oder nicht.
Meiner Meinung nach, ist dieser Konflikt fast schon überdeutlich geschrieben.
Was an dieser Stelle zu viel ist, ist an anderer zu wenig.
Kyras Gabe, die Fähigkeiten anderer durch eine Berührung zu stehlen, ist eine wunderbare Idee. Die Vorteile von dieser Gabe sind auch sehr gut beschrieben. Die Nachteile allerdings eher weniger. Die Autorin schreibt, dass Kyra bei zu viel Einsatz Kopfschmerzen hat und schlimmstenfalls zusammenbrechen kann. Doch irgendwie kamen diese Gefahren im Buch nicht so schlimm rüber. Kyra hatte mal Kopfschmerzen, die aber recht schnell vergessen waren. Sie stand auch vor einem Zusammenbruch, doch Reyes hat sich einfach um sie gekümmert und gut ists. Ich fand das etwas zu wenig. Ich kann mir bei einer solch an sich wirklich mächtigen Fähigkeit nicht vorstellen, dass die Nebenwirkungen so einfach bewältigt werden können und praktisch fast nichts machen.
Außerdem ist Kyras Gabe dann auch schon das einzige Übernatürliche in diesem Buch.
Es wird zwischendrin noch angedeutet, dass Serranos Sicherheitschef irgendwas zu verbergen hat, doch noch ist nichts klar.
Sollte in der Fortsetzung nichts aus den Fähigkeiten gemacht werden, finde ich sie doch ein bisschen unnötig für das Buch. Betrügen kann man auch ohne und dann wäre es halt ein Romantic Thriller, das wär auch nicht schlimm.

Zum Schluss wollte ich noch über das Ende des Buches reden, denn das war es, dass mich am meisten enttäuscht hat.
Kyra und Reyes trennen sich und mir ist klar, dass man das nicht so lassen kann, doch die Lösung, die ich bekam, war eine schnelle und kitschige Schlussszene.
Die beiden haben sich so schnell wieder an den Hals geworfen und haben sich nicht mal wirklich miteinander ausgesprochen, dass für richtige, ausführliche Emotionen gar kein Platz war. Die Liebe, die sie sich gestanden haben, war für mich in dem Moment gefühlsmäßig nicht nachvollziehbar.
Ich kann verstehen, dass sie einander vermisst haben und sich lieben, aber so ein schnelles Ende hätte es wirklich nicht geben sollen bei so vielen Problemen, die sie vorher hatten.
Was mich dann noch am Ende gewurmt hat war Kyras Bitte, dass Reyes seinen Job für sie aufgeben soll. Der Job gehört zu Reyes, dass macht ihn zu sich selbst und Kyra hatte nie irgendwie gewirkt, als hätte sie etwas dagegen, bzw. hatte sie es ja selbst schon getan. Sie gestand ihm ja nicht mal wirklich, dass sie mit der Betrügerei aufhören würde, wobei das eigentlich auch zu ihr gehört, zu ihrem Selbst.
Das war dann wirklich ein sehr schwaches Ende für ein Buch, dass so klasse anfing.

Fazit: Das Buch ist ergreifend, eigentlich recht gut, hat aber einige Schwachstellen und Fehler.

Bewertung

1 Kommentar:

  1. Wow, so lange Rezis bin ich von dir ja gar nicht gewohnt :D
    Und bei mir sagen, dass ich immer in "philosophieren" komme und zu viel schreibe :D
    Ist aber schön geworden ;)

    LG
    Haveny

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